Faking im Vorstellungsgespräch – Wie professionelle Personaldiagnostik vor Schaumschlägern schützt

handschlag nach dem bewerbungsgesprächEine positive Selbstdarstellung im Bewerbungsgespräch ist „normal“. Von Führungskräften wird im Berufsalltag sogar verlangt, dass sie sich und ihr Unternehmen gut repräsentieren können. Aus diesem Grund prüfen wir in unserem Interviewverfahren „Management Excellence Appraisal“ unter anderem die Kompetenz „Darstellung und Repräsentation“ ab. Diese Kompetenz ist jedoch nicht zu verwechseln mit einer Neigung zur übertriebenen, unrealistischen Selbstdarstellung. Letztere führt dazu, dass der Kandidat nicht authentisch und wenig greifbar wirkt. Nicht nur bei mir im Interview sondern auch bei Mitarbeitern, Kunden und Kollegen führt dieses Verhalten zu Misstrauen anstatt zu Vertrauen. Selbstdarsteller zeigen zudem häufig eine sehr geringe Sensibilität für andere Personen, da sie vorrangig auf sich selbst konzentriert sind. Dies erkenne ich daran, dass Kandidaten nicht adäquat auf meine Fragen eingehen oder mir ins Wort fallen. Außerdem lassen sie persönliche Fehler oder Misserfolge in ihrem Bericht zumeist völlig außen vor. Letzteres lässt auf mangelnde Fähigkeit oder Bereitschaft zur Selbstreflexion und zur Selbstkritik schließen. Die wichtigste Voraussetzung für die persönliche Veränderungs- und Lernfähigkeit ist in diesem Fall nicht erfüllt. Häufig werden essenzielle Kompetenzen wie die Fähigkeit zur Selbstreflexion oder das Einfühlungsvermögen in Auswahlverfahren gar nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Fehlbesetzungen und die damit verbundenen Kosten und Leistungseinbußen sind dabei vorprogrammiert.

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