Hand writing Benefits with marker, business conceptEtliche Neurowissenschaftler haben mit modernen Techniken die Wirkung von Belohnungen im menschlichen Gehirn untersucht. Die Fachliteratur zu diesem Themengebiet wächst kontinuierlich und liefert schon länger sehr gute Ergebnisse. Mit wissenschaftlichen Methoden kann die Qualität von Anreizen beurteilt werden und es können Rückschlüsse auf die Zufriedenheit der Belohnten gezogen werden. Ob diese Erkenntnisse in der aktuellen Arbeitswelt Berücksichtigung finden, kann nur vermutet werden. Sicher ist aber, dass viele Unternehmen es exzellent verstehen, die Mitarbeiterzufriedenheit derart zu gestalten, das die Fluktuation Richtung null geht, die Mitarbeiter eine gute Identifikation mit dem Unternehmen haben und Außenstehende das Unternehmen als für sich in Frage kommenden Arbeitgeber einschätzen. Wie funktioniert das?

Nun, die Antwort ist wie so oft sehr vielschichtig. Ein wesentlicher Schlüssel liegt darin, dass Unternehmen Attribute wie Wertschätzung, Anerkennung, Toleranz und Kommunikation authentisch darstellen und auch leben. Hierzu haben Unternehmen in aller Welt u.a. sehr erfolgreich Bonus- und Anreizsysteme, Wohlfühlprogramme und Angebotsprogramme für Mitarbeiter (corporate benefits) etabliert. Viele Mitarbeiter wählen nicht zwangsläufig die Gehaltserhöhung, sondern wünschen sich Zusatzleistungen wie Essensgutscheine, Firmenwagen oder Gesundheitsvorsorgeleistungen. Benefits schaffen eine Win/Win-Situation für beide Seiten. Der Arbeitgeber spart nicht nur Steuern und Sozialabgaben, er motiviert seine Mitarbeiter und erhöht signifikant die Mitarbeiterzufriedenheit. Die Arbeitnehmer profitieren in vielerlei Hinsicht, letztendlich auch mit mehr Netto vom Brutto.

Google und Facebook sind für deutsche Verhältnisse sicherlich krasse Beispiele. Auf dem Google-Campus stehen dem Mitarbeiter z.B. kostenlose Verpflegung, ein Fitnessstudio und zahlreiche weitere Sportmöglichkeiten wie Volleyball oder Bowling zur Verfügung. Flexible Arbeitsstrukturen erlauben eine individuelle Work-Life-Balance und wenn gewünscht, ermöglichen die Konzernstrukturen zeitlich gestufte Auslandsaufenthalte – sogar Bürohunde sind herzlich willkommen. Neben den flexiblen Weiterbildungs- und Sportmöglichkeiten steht bei vielen Mitarbeitern die Gesundheitsvorsorge hoch im Kurs. Facebook erstattet seinen Mitarbeitern alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur oder Chiropraktik. Auf dem Facebook-Campus stehen dem Mitarbeiter u.a. Arztpraxen, Textilreinigungen und ein Fahrradservice zur Verfügung. Für jeden Mitarbeiter wird ein Reise- und Weiterbildungsbudget zur Verfügung gestellt.

Andere Unternehmen unterstützen ehrenamtliche Tätigkeiten. Sie gewähren Mitarbeitern, die sich in einem ehrenamtlichen Projekt engagieren, eine Dienstfreistellung (bis zu drei Monate) unter Fortzahlung der Bezüge.

Die Liste möglicher Benefits ist unendlich lang und sicherlich nicht nur für amerikanische Unternehmen geeignet. So haben z.B. auch deutsche Unternehmen Feel-Good-Manager beschäftigt. Das Interesse an diesem Berufsbild wächst aktuell sehr rasant. Die Aufgaben eines Feel-Good-Managers sind sehr vielseitig. Hauptsächlich hat er dafür zu sorgen, dass sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen. Er organisiert gemeinsame Aktionen, hat ein offenes Ohr für die Probleme der Mitarbeiter und versucht in Konflikten zu vermitteln. Häufig reicht sein Engagement weit in die Privatsphäre der Mitarbeiter. So unterstützt er z.B. neue Mitarbeiter bei der Wohnungssuche, stellt ggf. unternehmenseigene, möblierte Wohnungen zur Verfügung, hilft bei Behördengängen, Anträgen und Kindergartensuche und zeigt interessante und passende Freizeitaktivitäten auf, um die Integration der neuen Mitarbeiter zu festigen.

Die hier dargestellten Benefits und Feel-Good-Manager finden wir häufig bei innovativen Startup-Unternehmen, Internet basierten Technikunternehmen und Branchen, denen es bereits heute sehr schwer fällt, gute Fachkräfte zu bekommen. Deutsche Mittelständler, z.B. aus dem produzierenden Gewerbe, werden bei der Aufzählung dieser Benefits oft verständnislos den Kopf schütteln. Wie lange noch? Denn auch hier gilt, fast jeder vierte Mitarbeiter hat innerlich gekündigt und Gelegenheit macht bekanntlich einen Arbeitsplatzwechsel. Und die Gelegenheiten werden zukünftig deutlich zunehmen. Die große Welle der Baby-Boomer verabschiedet sich in den nächsten Jahren vom Arbeitsmarkt und da wird sich das Gerangel um gute Fachkräfte erheblich verstärken. Die Rekrutierungstechniken werden intensiver und geschickter werden – mit einer deutlichen Ausrichtung auf erfolgreiche Vertriebs- und Marketingmethoden. Wer hier zu spät kommt, den bestraft der neue Zeitgeist.

Nun wird nicht jeder Kleinbetrieb oder Mittelständler einen Feel-Good-Manager einstellen oder einen eigenen Campus, ähnlich Google oder Facebook, ins Leben rufen. Spezialisierte Dienstleister bieten jedoch sehr gute und kostengünstige Lösungen für den Einstieg in diese Thematik an. Mit Web-basierten Plattformen wird es Unternehmen ermöglicht, die Einkaufsmacht der Großen (z.B. DAX-Konzerne) zu nutzen und ihren Mitarbeitern die Vorteile deutlicher Nachlässe und exklusiver Leistungen zu ermöglichen. Die Produkte und Dienstleistungen umfassen z.B. die Bereiche Autos, Finanzen, Reisen, Gesundheit, Bildung, Mode, Medien, Kultur, Technik & Software, DSL & Handy.

Die Web-Oberfläche wird dem Corporate Identity des teilnehmenden Unternehmens angepasst und jedes Unternehmen kann sich aus dem sehr vielfältigen Gesamtangebot sein individuelles „Campus-Angebot“ zusammen stellen lassen. Dieses Angebot kann auch durch individuelle Produkte und Dienstleistungen komplettiert werden, die ausschließlich vom teilnehmenden Unternehmen kommen. Hierdurch ergibt sich in der der Außendarstellung ein sehr individuelles Mitarbeiterangebot, welches jedoch auf Standard-Komponenten aufsetzt und somit recht kostengünstig angeboten wird (teilweise für unter 100,00 € je Mitarbeiter im Jahr). Ein Einstieg, der finanziell hoch interessant ist und schnell und unkompliziert realisiert werden kann.

Corporate Benefits sind sicher nur ein Facette möglicher Maßnahmen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Aber eine sehr wichtige Facette. Unternehmen, welche keine Maßnahmen ergreifen werden ggf. doppelt bestraft. Der demografische Wandel wird immenses Know-how in den Ruhestand schicken und die Rekrutierungsbemühungen der Wettbewerber werden alle Altersgruppen erreichen. Auch die sehr wichtigen Know-how-Träger der Altersgruppe 50+ werden in Zukunft sehr viel wechselwilliger sein – ein Wissensverlust, den so manches Unternehmen nicht verkraften wird.

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4 thoughts on “Corporate Benefits und Feel-Good-Management

  1. In unserer heutigen Arbeitswelt treten vermehrt die Probleme des Burn-Outs, eines zu hohen Leistungsdrucks, Überforderung, die Doppelbelastung etc. auf.
    Viele Unternehmen müssen sich Maßnahmen einfallen lassen, wie sie eine gute Atmosphäre am Arbeitsplatz schaffen können. Dabei sollten eine geringe Fluchtrationsquote und ein gutes Arbeitsklima vorhanden sein.
    Der „Feel-Good-Manager“ soll hierbei helfen. Ein Projekt, das in den USA schon seine Befürworter gefunden hat.
    Wir denken, dass der „Feel-Good-Manager“ auch in Deutschland vermehrt auftreten sollte.
    Ein Unternehmen lebt von seinem Ruf nach außen und dieser entsteht nicht nur durch gute Leistungen, sondern auch durch ein zufriedenes Mitarbeiterklima.
    Natürlich stellt sich hierbei die Frage: „Wie stellt sich ein Unternehmen eine gute Atmosphäre vor?“ Da der „Feel-Good-Manager“ über ein breites Handlungsspektrum verfügt, kann er gezielt auf Vorstellungen des Unternehmens eingehen.
    Ein besonders wichtiger Aspekt ist außerdem, dass Themen die nicht unbedingt in der Personalabteilung geklärt werden, aber trotzdem für das Unternehmen relevant sind, schneller bearbeitet werden können. Eben durch den Einsatz des „Feel-Good-Managers“.
    Den Mitarbeitern wird eine gezieltere Aufmerksamkeit geschenkt. Dadurch können sie immer das Gefühl haben, dass sie schnell und einfach an Hilfe kommen.
    Der „Feel-Good-Manager“ ist außerdem eine recht außenstehende Person. Er kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermitteln.
    Die Mitarbeiter können bei dieser „neutralen“ Person davon ausgehen, dass sich Aussagen oder Ängste nicht unbedingt negativ auf ihren Job auswirken. So können sich Dinge verändern, durch die sie mit einem besseren Gefühl zur Arbeit gehen können.
    Natürlich ist der Gedanke da, dass der „Feel-Good-Manager“ von seiner neutralen Position abrücken könnte.
    Allerdings sollte er genug Ressourcen besitzen um dies vorzubeugen und er sollte weiterhin sich ausschließlich auf die Atomsphäre und Belangen der Mitarbeiter konzentrieren.
    Wenn diese zuletzt genannten Punkte eingehalten werden können, sind wir davon überzeugt, dass ein „Feel-Good-Manger“ dem Unternehmen sowohl in Sachen Mitarbeiter- Klima als auch im Hinblick auf eine gute Leistung der Mitarbeiter helfen kann.

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  2. Als Mitarbeiter einer Firma welche die Dienste der Fa. Corporate benefits nutzt, bin ich sehr kritisch.
    Welche konkreten Rabatte, welche man nicht auch über andere Plattformen (oder gar ganz ohne) erhalten kann, hat man denn als Mitarbeiter?
    Ist es nicht eher so, dass die angebotenen „Rabatte“ überwiegend aus Werbeaktionen bestehen und darüber hinaus weitere Daten über meine Person und meine Firmenzugehörigkeit gesammelt, genutzt und ggf. verkauft werden?

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    • Ich möchte darauf hinweisen, dass der Begriff „corporate benefits“ in meinem Beitrag sich auf Bonus- und Anreizsysteme, Wohlfühlprogramme und Angebotsprogramme für Mitarbeiter bezieht – also Nebenleistungen, die das Unternehmen dem Mitarbeiter anbietet. Eine Verbindung zu gleichnamigen Unternehmen, stellt der Beitrag nicht her.

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  3. „Corporate Benefits“ ist ein Begriff, der oftmals genutzt wird, wenn es um das Thema betriebliche Sondervergütungen geht. In vielen Unternehmen steht Mitarbeitern das Rabattportal corporate-benefits.de zur Verfügung, das für einen geschlossenen Nutzerkreis – die Mitarbeiter – Discounts und Sonderangebote anbietet. Dies wird oftmals mit groupon.de verglichen, das ein öffentliches Discountportal ist, bei dem sich jeder als Nutzer registrieren kann.

    Corporate Benefits bedeutet viel mehr als das Angebot von Rabatten: Unternehmen bieten viele Sonderleistungen neben dem Gehalt an, die oftmals als solche nicht richtig wahrgenommen werden. Für viele Mitarbeiter ist es normal, dass sie kostenlos Kaffee und Tee trinken können oder die Kantine bezuschusst wird. Auch die betriebliche Altersvorsorge muss genannt werden, da viele Unternehmen die wegfallenden Sozialversicherungsleistungen ihren Arbeitnehmern auf die monatliche Einzahlung on-top dazugeben. Besonders große Unternehmen bieten oftmals ihren Angestellten die Möglichkeit ein Fitnessstudio oder andere Sportanlagen vergünstigt oder kostenlos zu nutzen. Nicht zu vergessen sind darüber hinaus auch nicht Fahrkostenzuschüsse oder der Firmenwagen.
    Unternehmen haben in Deutschland viele Möglichkeiten ihren Mitarbeitern Leistungen zusätzlich zum regulären Salar zu bieten und somit Mitarbeiter zu binden und zu motivieren.

    Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass die Beliebtheit von Benefits stark von der momentanen Lebenssituation abhängen in der der Arbeitnehmer sich befindet. Deshalb ermöglichen immer mehr Firmen ihren Angestellten die Auswahl der perfekten Sondervergütung. Das heißt ich kann z.B. mich entscheiden, ob ich einen ausgezahlten Bonus in Kinderbetreuung investieren möchte, mehr in die bAV einzahlen will oder lieber drei Urlaubstage damit eintausche. Die Entscheidung hängt meist von der Generation ab.

    Wichtig ist, dass die Mitarbeiter verstehen, welche Möglichkeiten Sie haben und welche Konsequenzen daraus resultieren. Die Unternehmerperspektive zeigt, dass qualifizierte Mitarbeiter immer schwerer zu binden sind, jedoch das Angebot von Sondervergütungen oftmals einen hohen Administrationsaufwand mit sich bringt und eine fundierte Kenntnis des Steuer- und Arbeitsrechts bedarf.

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