Auslandsaufenthalt !Wie Unternehmen mehr von Auslandseinsätzen ihrer Mitarbeiter haben

Mitarbeiter an einen Auslandsstandort zu entsenden gehört heute für viele Unternehmen zum täglichen Brot. „Going global“-Programme findet man nicht mehr nur im Portfolio der „Großen“. Im Zuge unserer zunehmend globalisierten Wirtschaft öffnen auch kleine und mittelständische Unternehmen ihren Mitarbeitern das Tor zur Welt.

Durch die strategische Bedeutung organisationalen Lernens und Wissenstransfers in unserer globalen Wirtschaft könnte man meinen, dass Unternehmen das wertvolle Wissen, das Expatriates während ihres Auslandsaufenthaltes erwerben, für sich verfügbar machen.

Doch zurück im Unternehmen stehen die zurückkehrenden Expatriates (= Repatriates) meist vor verschlossenen Türen. Implizites Wissen, von effektiver Kommunikation im Gastland bis hin zu standortspezifischen Arbeitsabläufen, wird zu Hause kaum genutzt.

Wissen ist Silber, aber der Transfer ist Gold

Repatriates kehren mit einer Vielfalt an Fähigkeiten zurück, die für das Unternehmen in jeder Hinsicht Wettbewerbsvorteile bieten kann. Dazu gehört neben der persönlichen Entwicklung ein internationales Netzwerk an Kontakten, eine globale Sichtweise und interkulturelle Kommunikationsfähigkeit, sowie konkretes Fachwissen zu Kunden und Märkten im Gastland.

Versuche den Transfer „impliziten Wissens“ effektiv zu steuern sind bisher kaum unternommen worden: 83% der Repatriates, die bereits an einer unserer Studien teilgenommen haben, sagte aus, dass der Wissenstransfer im Unternehmen nur informell erfolgt und vom Unternehmen nicht strategisch unterstützt wird.[1]

Wie können Unternehmen sich hier einen Wettbewerbsvorteil verschaffen?

Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes internationales Personalmanagement an der Leuphana Universität in Lüneburg untersucht die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jürgen Deller in einer empirischen Studie mit internationalen Partnern das Phänomen des Wissenstransfers nach Auslandsentsendungen. Hierbei sollen insbesondere die wesentlichen Einflussfaktoren auf den Erfolg des Wissenstransfers identifiziert werden. Zum Beispiel: Welchen Einfluss haben die individuellen Fähigkeiten und die Motivation der Repatriates auf den Transfererfolg im Vergleich zur Organisationskultur? Darauf aufbauend sollen für teilnehmende Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

Derzeit suchen wir noch Kooperationspartner für eine quantitative Teilstudie (Online-Fragebogen), die im Januar 2015 startet und bis März 2015 läuft. Sie sind herzlich eingeladen Ihre Fragen und Anregungen zu diesem Thema mit uns zu teilen und mögliche Kooperationsmöglichkeiten mit uns abzustimmen. Über einen Austausch mit möglichen Partnern freuen wir uns.

Beste Grüße, auch im Namen des internationalen Forschungsteams!

Co.Autorin Janine Kaiser

[1]Oddou, G., Szkudlarek, B., Osland, J. S., Deller, J., Blakeney, R., & Furuya, N. (2013). Repatriates as a Source of Competitive Advantage. Organizational Dynamics, 42(4), 257–266. doi:10.1016/j.orgdyn.2013.07.003

 

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Liebes Unternehmen, bitte profitiere von meinem Wissen! , 10.0 out of 10 based on 1 rating
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Prof.Dr.Jürgen Deller, Leuphana Universität Lüneburg

Prof.Dr.Jürgen Deller, Leuphana Universität Lüneburg

deller@uni.leuphana.de Prof. für Wirtschaftspsychologie, Schwerpunkte Differenzielle Psychologie, Eignungsdiagnostik und Organisationspsychologie am Institut für Strategisches Personalmanagement bei Leuphana Universität Lüneburg
Prof.Dr.Jürgen Deller, Leuphana Universität Lüneburg

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One thought on “Liebes Unternehmen, bitte profitiere von meinem Wissen!

  1. Guten Morgen Frau Kaiser, guten Morgen Herr Deller.

    Gerne würde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen. Als Künstlerin, mit 15 jähriger Erfahrung als Dozentin für „Farbe und Form“ und „Zeichnen der eigenen Geschichte“, habe ich mich mit der Thematik von Belohnung beschäftigt. Vor 5 Monaten gründete ich die Akademie für Kommunikation und Kunst in Hamburg.
    Ich würde mich sehr freuen, an der Studie teilnehmen zu dürfen.

    Viele Grüße von Lela Erlenwein

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