MitarbeiterPersonal- und Unternehmensleitungen sind heute mehr denn je darum bemüht, ihre Mitarbeiter an sich zu binden und zu halten. Denn Fluktuation und den damit einhergehenden Wissensverlust kann sich kein Arbeitgeber leisten. Eine loyale Belegschaft ist viel Wert und schlägt sich unmittelbar im Unternehmenserfolg nieder. Doch wie kann eine Mitarbeiterbindung erreicht werden?

Viele Programme zur Mitarbeiterbindung scheitern, da die theoretischen Erkenntnisse nicht angewandt werden. Ausgeklügelte Unternehmenswerte und Visionen werden nicht gelebt, sondern bleiben lediglich geschriebene Mission Statements. Gerade einmal vier Prozent der Unternehmen haben laut DGFP-Langzeitstudie Professionelles Personalmanagement 2012 für die Mitarbeiterbindung ein echtes strategisches Konzept.

Der ernstgenommene Mitarbeiter entscheidet mit
Ein Mitarbeiter, der wertgeschätzt wird und mitentscheidet, übernimmt Verantwortung. Er kommt gern zur Arbeit und ist stolz darauf, sein Bestmögliches zu tun, um das Unternehmen nach vorne zu bringen. Nach Feierabend lässt ein solcher Mitarbeiter Familie, Freunde und Bekannte an seinem täglichen Schaffen und dem Handeln seiner Firma teilhaben. Denn er identifiziert sich mit dem, was dort passiert. Hier spielt auch das Stichwort Corporate Social Responsibility eine tragende Rolle.

Wie nun schafft es die Unternehmensführung, ein solches Betriebsklima und eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der eine positive, aufstrebende und motivierende Stimmung herrscht und die Mitarbeiter zufrieden sind? Sicher, materielle Anreize wie Bonuszahlungen und Prämien, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Mitarbeiterrabatte, Fahrtkostenzuschüsse etc. sind attraktiv und machen das Unternehmen vor allem für potentielle Bewerber interessant. Weitere Vorzüge, die Mitarbeiter an ihr Unternehmen binden, können – je nach Größe des Unternehmens – interne Einrichtungen wie Kantine, Cafeteria oder Fitnessstudio sein.

Doch um ein echtes Wir-Gefühl zu schaffen, muss fachbereichsübergreifend als auch innerhalb der Abteilungen und Teams dafür gesorgt werden, dass keine Spannungen auftreten. Transparenz ist hier ein wichtiges Element. Hauptverantwortlich sind dabei die Führungskräfte. Es bedarf eines Führungsstils, der den Mitarbeitern mit Wertschätzung begegnet.

Mitbestimmung als Kern der Mitarbeiterbindung
Jedes Teammitglied sollte in Form von regelmäßigen internen Teammeetings zu Wort kommen sowie Vorschläge, Anregungen und Kritik äußern können. Offene Diskussionen sind erwünscht. Bevormundung führt zu nichts. Nur wer sich ausreichend und ehrlich informiert und in die Prozesse eingebunden fühlt, will sich aktiv beteiligen und zur erfolgreichen Produktivität beisteuern. Zu den Maßnahmen und Werkzeugen, die eine aktive Mitbestimmung gewährleisten, gehören unter anderem:

– Tools der internen Kommunikation: Internes Vorschlagswesen, internes Mitarbeitermagazin, Intranet, Forum, Schwarzes Brett, Betriebs- und Mitarbeiterversammlungen etc.
– Regelmäßige Feedbackgespräche mit dem Vorgesetzten
Austauschmöglichkeiten mit der Unternehmensleitung

Weitere Maßnahmen wie Betriebsausflüge, Betriebssport, Teambuilding-Events und andere Veranstaltungen, die im Kontext der Arbeit auf Freizeitebene stattfinden, schaffen die Grundvoraussetzung dafür, dass Kollegen sich untereinander besser kennenlernen, sich vertrauen und schätzen lernen. Diese Events können je nach Größe des Unternehmens lediglich innerhalb der einzelnen Bereiche oder betriebsübergreifend stattfinden.

Psychologische Aspekte der Mitarbeiterbindung
Ein Mitarbeiter, dem das Gefühl gegeben wird, dass man auf seine Bedürfnisse eingeht, ist produktiver. Themen wie flexible Arbeitszeitmodelle, Betriebskindergarten und Elternzeit sollten auf Seiten der Unternehmensleitung genauso ernst genommen werden wie die Nachbesetzung aus den eigenen Reihen, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsschutz und Gesundheit. Mitarbeiter, die sich ihren Arbeitsplatz mit persönlichen Gegenständen individuell verschönern dürfen und auf Wunsch spezielle Tastaturen, eine bessere Computermaus oder einen für die Gesundheit notwendigen Bandscheibenstuhl bekommen, werden ihrem Arbeitgeber dafür dankbar sein.

Theorien in die Praxis umsetzen
Es gibt zahlreiche Theorien zu Themen wie strategische Personalbindung, Work-Life-Balance, Mitarbeitermotivation, Führungsstil und Personalpolitik. Fakt ist: Jedes Unternehmen tickt anders! Maßnahmen, die wertvolles Personal an die Firma binden sollen, müssen von Unternehmensleitung und Führungsebene gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Angefangen von der Art des Personalrecruitings über die Integration neuer Mitarbeiter bis hin zum Erkennen und Fördern von Fachkräften.

 

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One thought on “Mitarbeiter einbeziehen, statt Potenzial verpuffen lassen

  1. Mitarbeiter einbeziehen, statt Potenzial verpuffen lassen
    Ein gutes Mitarbeiterklima wirkt sich positiv auf die Leistung aus, denn wer Freude an der Arbeit hat, der engagiert sich auch für sein Unternehmen.
    Doch die Frage stellt sich, wie man so etwas hinbekommt.
    Unserer Meinung nach ist es gerade in diesem Bereich wichtig, dass man sich externe Hilfe dazu holt. Neutrale Personen, die nichts mit der Leistung der anderen zu tun haben und die sich ausschließlich auf das Betriebsklima sich konzentrieren.
    Dabei ist es wichtig, dass man die jeweiligen Führungskräfte explizit schult. Sie müssen wissen, was es für Möglichkeiten gibt, in ihrer Abteilung ein gutes Betriebsklima zu schaffen.
    Gerade das Zwischenmenschliche spielt dabei eine große Rolle. Wie spreche ich meine Kollegen an? Wie gebe ich positives und negatives Feedback? Wie kann ich motivieren? Etc.
    Man muss Strategien haben, nach denen man vorgehen kann. Allerdings ist es auch hier wichtig genau zu wissen wie man diese umsetzten kann.
    Solche Vorgehensweisen sollten man üben und dies kann man am besten, wenn man an einem Seminar hierfür teilnimmt.
    Ein Begriff der Corporate Social Responsibility hat in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung gewonnen. Es bedeuten das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Es soll eine gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen geben. Man versucht hierbei gesellschaftliche Ziele zu verfolgen und Standards zu setzten und genau dabei soll die Politik als unterstützende Funktion helfen.
    Dies sollte bei jeden Unternehmen ein
    Natürlich sind Feedbackgespräche mit dem Vorgesetzten, offene Diskussionen, interne Kommunikation etc. wichtige Bestandteile und sollten auf jeden Fall mit eingebaut werden. Hierbei ist aber wichtig sie bewusst und an den richtigen Stellen einzusetzen.
    Auch hier kommt die Führungskraft wieder „mit ins Spiel“. Sie muss die Kollegen mit solchen Möglichkeiten vertraut machen und wissen wie man sie durchführt. (Beispielsweise ein Feedbackgespräch)
    Es kann also festgehalten werden, dass es sehr wichtig ist ein gutes Umfeld für die Mitarbeiter zu schaffen, in dem sich jeder Mitarbeiter als wertgeschätzt fühlt. Dies ist aber nur dann möglich, wenn genug Hintergrundwissen in den Führungspositionen vorhanden ist.

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