Herausvorderung meisternSo ganz neu ist die Erkenntnis ja nicht, dass Durchhalten zum Erfolg führt und dass man aus Krisen und Rückschlägen gestärkt hervorgeht. Das gehört zum Leben. Neu ist, dass  die Fähigkeit, Dinge gelassen zu sehen und auch nach Rückschlägen wieder aufzustehen (Resilienz), bewusst gesteuert auf Teams, Organisationen und Unternehmen angewandt wird.

Resiliente Organisationen haben Mitarbeiter, welche die Realität akzeptieren und nach Rückschlägen tatkräftig anpacken.  Sie haben ein Wertesystem, welches das Handeln in schwierigen Situationen unterstützt und Leitplanken zur Verfügung stellt. Und sie haben Mitarbeiter, die fähig sind zu improvisieren, die Kontakte zu unterstützenden Netzwerken haben, die zur Problembewältigung alle zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzen und hierbei auch unorthodoxe Methoden wählen.

Die größten Probleme haben Unternehmen mit Störungen, die nicht vorhersehbar sind. Durch die Globalisierung sind jedoch die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Systeme so eng miteinander verbunden, dass Krisen aufgrund der Komplexität der Systeme häufig völlig unvorbereitet kommen. Hier liegt der Kern des Resilienz-Gedankens. Nicht die exakte Vorbereitung auf Störgrößen, sondern der erfolgreiche Umgang mit unvorhersehbaren Problemen steht im Vordergrund. Hierbei ist ein großes Repertoire an Fähigkeiten, emotionaler Intelligenz und Verhaltensweisen sehr hilfreich. Die Widerstandskraft von Organisationen beruht auch auf einer Vielfalt an Denk- und Handlungsweisen.

Kann man das Lernen? Kann die Fähigkeit zur Empathie, die emotionale Intelligenz und Stärke sowie die Lernfähigkeit aus Krisen gestärkt hervor zu gehen geschult werden?

Die Wissenschaft sagt ja. Das individuelle psychische Immunsystem kann gefördert  und effektiver eingesetzt werden. Ich finde, ein faszinierender Gedanke. Unternehmen können mit der Kraft von Stehauf-Menschen finanzielle Engpässe, Krisen und Umstrukturierungen besser  bewältigen als ihre Wettbewerber. Mit Präventivmaßnahmen kann die Widerstandsfähigkeit systematisiert werden. Die Belastbarkeit eines Unternehmens gegenüber äußeren Einflüssen und Störungen kann gestärkt werden.  Inzwischen ist die Wirksamkeit von Trainings durch wissenschaftliche Studien eindrucksvoll belegt. Sie zeigen eine deutliche Steigerung des wirtschaftlichen Erfolges.

Das Institut für Personalforschung an der Hochschule Pforzheim, die Humboldt Universität zu Berlin und das PERSONALER FORUM der fidelis HR GmbH präsentieren spannende Themen aus der aktuellen HR-Forschung in den Räumlichkeiten der Hochschule Pforzheim (5.11.2013) und der Humboldt Universität zu Berlin (19.11.2013). Einer der führenden Resilienz-Experten in Deutschland ist der Psychologe Dr. Denis Mourlane. Emotionen und Impulse mit Disziplin zu steuern ist für ihn eine unentdeckte Fähigkeit der Erfolgreichen. Zusammen mit Katrin Schöpf (Senior Leadership Consultant bei der IBM Deutschland) beleuchten sie dieses komplexe und spannende Thema von der wissenschaftlichen und praktischen Seite.

Weitere Informationen: Institut für Personalforschung http://blog.hs-pforzheim.de/institut-personalforschung/

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3 thoughts on “Resiliente Organisationen sind wettbewerbsfähiger

  1. Hallo Herr Witt,

    ich freue mich schon auf die Diskussionen im Rahmen der Veranstaltung. Ich sehe es wie Sie, dass Unternehmen resiliente (also agile) Mitarbeiter und Führungskräfte benötigen, um resilient zu sein und somit auf die sehr richtig von Ihnen beschriebenen Veränderungen in der Wirtschaftswelt (und manchmal schlechtes Management 😉 reagieren zu können.

    Aber: wir sollten als Berater den Fokus nicht nur auf die Menschen richten. Es gibt aus meiner Sicht noch eine Vielzahl anderer Element, die eine Organisation resilient machen. Hierzu zählen wirkungsvolle Prozesse, eine ausreichende Liquidität, ein gutes Risikomanagement, eine hohe Innovationskraft und noch viele, viele mehr…

    Beste Grüße und bis bald in Pforzheim und/oder Berlin.

    Denis Mourlane

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  2. Hallo Herr Mourlane,

    ja, da gibt es noch viele weitere Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Daher ist es ja auch nicht ganz so einfach, resiliente Organisationen zu schaffen. Wir hatten im Mai diesen Jahres Heiko Fischer und Dr. Gerhard Wohland als Referenten zu Gast (Veranstaltungsreihe „Business meets Science – HR-Trends der Zukunft“). Dr. Wohland untersucht Unternehmen, die als Höchstleister gelten. Seine Aussage: „Talentmotivierte Könner sind die Basis moderner dynamikrobuster Höchstleister. Diese Unternehmen leiden nicht unter der modernen Dynamik, sondern sie nehmen sie in Gebrauch“. Das war ein spannender Vortrag, in dem auch etliche Aspekte der Resilienz behandelt wurden. Wir sehen uns dann in Pforzheim. Beste Grüße aus dem hohen Norden

    Wolfgang Witt

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