Führungskräfte fördern, motivieren und inspirieren ihre Mitarbeiter zu wenig

Business woman with megaphone and clenched fistGute Führung ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens. Sie fördert die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter und ermöglicht es, Leistungsträger langfristig zu halten. Aber was ist gute Führung? Was zeichnet sie aus? Was erwarten Mitarbeiter von einer guten Führungskraft? Und wie ist es um die Führungsqualität in deutschen Unternehmen bestellt? Antworten auf diese Fragen haben wir, die Information Factory Deutschland, zusammen mit unseren Partnern stellenanzeigen.de und Personalwirtschaft in der bundesweiten Umfrage „Deutschland führt?!“ gesucht. Dabei konnten Mitarbeiter, Personaler und Führungskräfte ihre Meinung zum Thema Führung in ihrem Unternehmen äußern. Wir wollten herausfinden, wie Führung wahrgenommen wird und welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Gruppen gibt. Die Ergebnisse lassen aufhorchen und sollten Unternehmens- und Personalverantwortliche zum Handeln animieren.

Denn es gibt erhebliche Unterschiede bei der Wahrnehmung von Führung. Der Großteil der Führungskräfte schätzt sein Verhalten den eigenen Mitarbeitern gegenüber als konstruktiv ein. So geben 62 Prozent aller Führungskräfte an, dass sie ihre Mitarbeiter aktiv fördern, motivieren und inspirieren. Gleichzeitig fühlt sich aber nur ein Drittel der Mitarbeiter von seinen Führungskräften gefördert, motiviert und inspiriert. Zwei Drittel der Mitarbeiter sagen sogar, sie würden von ihren Führungskräften unter Druck gesetzt, verunsichert und kontrolliert.

Die Folgen sind fatal: 66 Prozent der befragten Mitarbeiter haben schon einmal oder beinahe wegen einer Führungskraft gekündigt. Das ist aber nur 16 Prozent der Chefs bewusst.

Was können Unternehmen und Personaler daraus ableiten? Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Erwartungen der Mitarbeiter an Führung und ihre Vorgesetzten verändert haben. Führung nach Schema F funktioniert nicht mehr. Stattdessen müssen Führungskräfte heute individuell herausfinden, auf welche Art und Weise sie ihre Mitarbeiter dauerhaft zu Leistungsträgern machen können. Dabei sollten sie sich mehr als je zuvor mit ihrem eigenen Führungsverhalten auseinandersetzen, Verantwortung für die Leistung ihrer Mitarbeiter übernehmen und bereit sein, Feedback anzunehmen und zu geben. Die Grundlage bildet eine Unternehmenskultur, die auf einer offenen Kommunikation und Vertrauen basiert.

Der Personalabteilung kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Sie kann eine Umgebung schaffen, in der sich Führungskräfte und Mitarbeiter regelmäßig mit ihrem Verhalten und ihrer Leistung auseinandersetzen und dazu ehrliche und konstruktive Rückmeldung erhalten – und so eine langfristig hohe Qualität der Führungsleistung sicherstellen. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß und reicht vom informellen Vier-Augen-Gespräch bis hin zu 360°-Feedbackbefragungen und den entsprechenden Maßnahmen, die sich daraus ableiten lassen.

Die Ergebnisse der Studie sollten Unternehmen darüber hinaus dazu veranlassen, bei der Auswahl ihrer Führungskräfte umzudenken und noch sorgfältiger vorzugehen. Neben fachlicher Kompetenz sind persönliches Verhalten und Empathie in Kombination mit der Bereitschaft zur kontinuierlichen Reflektion und Weiterentwicklung maßgeblich. Nur dann sind Führungskräfte in der Lage, ihre Mitarbeiter langfristig gut zu führen. Und von guter Führung profitieren dann alle – die Führungskräfte, die Mitarbeiter und natürlich das Unternehmen.

Das eBooklet mit den gesamten Studienergebnissen steht hier zum Download bereit http://www.hr-flower.de/fileadmin/dokumente/Presse/Booklet_UmfrageFuehrung_final_HRF.pdf

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Barbara Lochmann, Information Factory Deutschland GmbH

Barbara Lochmann, Information Factory Deutschland GmbH

4 thoughts on “Deutschland führt?! – So steht es um die Führungsqualität in deutschen Unternehmen

  1. Hallo,
    der Aufmacher macht mich etwas stuzig. „Führungskräfte fördern, motivieren und inspirieren ihre Mitarbeiter zu wenig“
    Ein riese Bestandteil des HR Services ist das HR outsourcing und sehr oft damit verbunden auch das Personaloutsourcing. Bloss wie soll eine Führungspersönlichkeit eine Bindung aufbauen und mehr motivieren, wenn die Belegschaft dauerhaft wechselt?! Ich verstehe ja das Personalleasing aus Payrolling Sicht, aber für das Betriebsinterne Klima ist es wohl doch eher nicht so Sinnvoll, und gerade in einer Kreativabteilung nicht wünschenswert.

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  2. Erschreckend finde ich, wenn ich im Bekanntenkreis öfter zu hören bekomme, dass viele sich gar nicht trauen, Probleme mit den Führungskräften zu besprechen oder gar Kritik zu äußern. Oft fühlen sie sich so unter Druck gesetzt, dass sie Angst haben, dadurch ihre Stelle zu verlieren. Dabei könnte so ein Gespräch doch auch für die Vorgesetzten sehr wertvoll sein.

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  3. Die Überschrift ist etwas reißerisch 😉

    Ist das ermittelte Verhalten der Führungskräfte eigentlich nicht schon immer die optimale Art zu führen?

    Vor allem die Individualität war doch schon immer quasi Garant für Erfolg.

    LG

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  4. „Die Grundlage bildet eine Unternehmenskultur, die auf einer offenen Kommunikation und Vertrauen basiert.“
    Diesem Satz stimme ich voll und ganz zu!
    Und meiner Meinung nach ist die Grundlage DAFÜR eine starke Vision im Unternehmen. An der Vision sollten sich alle Management-Entscheidungen orientieren. Wer sich an diese Regel hält läuft weniger Gefahr einen Zick-Zack-Kurs zu fahren und seine Mitarbeiter damit zu verwirren, zu verunsichern und zu frustrieren.
    Gleichzeitig wissen Mitarbeiter wofür sie arbeiten und wie ihre aktuelle Aufgabe dazu beiträgt.
    Bei meiner Recherche hat sich leider gezeigt, dass das Thema in Deutschland noch sehr wenig Aufmerksamkeit genießt 🙁

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