Eines der bekanntesten Instrumente der Persönlichkeitsanalyse ist, neben anderen wie z.B. DISG und H.D.I.,  der Meyers-Briggs-Typen-Indikator – kurz MBTI®   genannt. Ziel dieses Instrumentes ist es, sich selbst und andere besser zu verstehen, Verhaltensmuster besser einzuschätzen und damit Persönlichkeit(en) weiterzuentwickeln.

Wir möchten hier aus eigener Erfahrung als Teilnehmer und Teamcoach kurz beleuchten, wie der MBTI konkret genutzt werden kann und dazu ausgewählte Erkenntnisse in Augenschein nehmen.

Der MBTI unterscheidet vier Gegensatzpaare, die jeder Mensch nutzt – doch jeweils in unterschiedlicher Intensität. Das heißt, jeder Mensch fühlt sich jeweils auf einer Seite der Gegensatzpaare wohler.

Die vier Gegensatzpaare im MBTI-Profil sind folgendermaßen benannt:

  1. Extraversion (E) und Introversion(I)
  2. Sensitives Empfinden (S) und Intuitives Wahrnehmen (N)
  3. Thinking – Denken (T) und Fühlen (F)
  4. Judging – Urteilen (J) und Percieving (P)

Wir konzentrieren uns hier und heute gezielt auf das erste Gegensatzpaar, da dort oftmals die bemerkenswertesten „Aha-Erlebnisse“ erzeugt werden.

Die Unterschiede lassen sich kurz folgendermaßen umreißen:

extravert_hrblog_feb2013

  • Freude an regen Kontakten
  • Aktive, spontane Kommunikation
  • Wunsch, die Welt zu bewegen
  • Bevorzugen lebhaftes abwechslungsreiches Arbeitsumfeld

introvert_hrblog_feb2013

  • Interesse an Konzepten
  • Überlegte, reflektierte Kommunikation
  • Wunsch, die Welt zu verstehen
  • Arbeiten gern ruhig und konzentriert

Zur Verdeutlichung – Überlegen Sie einmal kurz für sich ganz persönlich:

Welchen Aussagen würden Sie spontan eher zustimmen?

„E” „I”
Meine Kollegen und Bekannten würden mich beschreiben als eher aufgeschlossenen und kontaktfreudigen Menschen (E) Meine Kollegen und Bekannten würden mich beschreiben als eher zurückhaltenden Menschen, der Gefühle im Privaten belässt (I)
Ich bringe gern spontan meine Ideen in eine laufende Diskussion ein (E) Die Initiative in einer Diskussion ergreife ich gern mit wohlüberlegten Themen (gern auch mit schriftlichen Hintergrund-Informationen) (I)
Ich entscheide und handle gern sehr schnell, überlegen tu’ ich oft erst später (E) Ich überlege angemessen bevor ich entscheide (I)
Wenn Ihre Antworten überwiegend „E“ als Ergebnis haben, sind Sie eher ein Extraversion –Typ, bei einem Ergebnis mit überwiegend „I“, entsprechend eher ein Introversion-Typ.
Und – Überrascht Sie das Ergebnis oder haben Sie es erwartet?

 

In einem Teamworkshop der TDS wurde ein Team in zwei Gruppen, mit Personen jeweils der gleichen Orientierung aufgeteilt und folgende Fragestellungen bearbeitet:

  • Wann laufen Sie in ihrer Gruppe zu Höchstleistungen auf?
  • Wie kann man Sie demotivieren?
  • Was sollten Kollegen für ein gelungenes Gespräch mit Ihnen berücksichtigen?
  • Was könnte Sie an Kollegen, die eindeutig zur anderen Gruppe gehören, stören?

Unsere Diskussionsnotizen machen deutlich, welche konkreten Spannungsfelder allein aufgrund der Unterschiede entstehen können:

Extraversion Introversion
1. Höchstleistungen durch … – Gestaltungsspielraum
– Herausfordernde Aufgaben
– Teamarbeit/Kommunikation
– Fakten
– Anerkennung der Leistung
– Raum/Zeit zum Denken
3. Ein Gespräch gelingt durch … – Ganzheitliche Sichtweise
– Ideenentwicklung durch Diskussion
– Ausreden lassen
– Aktiv zuhören
4. Störend an den Anderen ist … – Detailverliebtheit
– Reserviertheit
– Die eigene Meinung nicht zu äußern
– Mangelndes Interesse an Themen
– Egoismus

Zum Umgang mit diesen Spannungsfeldern hilft es zuallererst, das Bewusstsein für das „Anderssein“ zu fördern und das Einfühlungsvermögen in die „Anderen“ zu stärken. Im Umgang mit Kollegen und in der Zusammenarbeit in Teams geht es dabei nicht vorrangig um die Beziehung zueinander, sondern vielmehr um die optimale Zielerreichung. Die kann oft nur dann erfolgen, wenn die unterschiedlichen Erwartungen geklärt sind. So bekommt jeder „Typ“ den Raum, den er braucht, um erfolgreich und zufrieden arbeiten zu können.

Wenn Sie neugierig geworden sind, empfehlen wir Ihnen das kurzweilige und informative Buch: „30 Minuten Selbstbewusstsein“ von Thomas Lorenz & Stefan Oppitz.

Autoren:

Christina Bayer, HR Business Partner, TDS Informationstechnologie AG
Stefanie Arnold, Beraterin und Coach, arnold consulting coaching training

Christina_Bayer

Christina Bayer

Stefanie_Arnold

Stefanie Arnold

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 8.5/10 (4 Bewertungen)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 Bewertungen)
Raum für Persönlichkeiten – kann der MBTI ihn schaffen?, 8.5 out of 10 based on 4 ratings
The following two tabs change content below.
Christina Bayer, TDS Informationstechnologie AG

Christina Bayer, TDS Informationstechnologie AG

HR Business Partner
Christina Bayer, TDS Informationstechnologie AG

Neueste Artikel von Christina Bayer, TDS Informationstechnologie AG (alle ansehen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.