Deutsche Unternehmen, Personaler und auch die Politik haben ihre Hausaufgaben gemacht. Durch die Finanzkrise 2009 ist der deutsche Arbeitsmarkt ohne größere Schäden davon zu tragen, gekommen. Auch in der Eurokrise zeigt sich dieser stabil. Die europäischen Nachbarn schauen mit Bewunderung nach Deutschland. Über die Gründe für die Robustheit spricht der Arbeitsminister a.D. Wolfgang Clement. Im Interview erklärt er aber auch, an welchen Stellen noch gearbeitet werden muss und warum die strikte Tarifpolitik der vergangenen zehn Jahr nicht zu Lasten von südeuropäischen Staaten gegangen ist.

Markt und Mittelstand: Der Standort Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren vom „kranken Mann“ zum „Jobwunder“ entwickelt. Der deutsche Arbeitsmarkt ist trotz Finanz- und Eurokrise robust. Wie erklären Sie sich das?

Clement: Dafür gibt es aus meiner Sicht drei Gründe. Einmal ist es der immer noch starke industrielle Sektor. Über 20 Prozent der wirtschaftlichen Leistung kommen aus der Industrie. Hinzu kommen die mittelständische Struktur und die duale Ausbildung. Das sind die Säulen, warum der deutsche Arbeitsmarkt in der vergangenen Krise robust war und noch immer robust ist. Sicherlich haben auch die Arbeitsmarktreformen zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen. Innerhalb des wirtschaftlichen Abschwungs hat die Reform Flexibilität herbeigeführt und die Verantwortungsbereitschaft des Einzelnen wurde stärker in Anspruch genommen.

MuM: Was meinen Sie mit „Verantwortung des Einzelnen“?
Clement: Es wird nicht mehr nur gefördert, sondern von jedem einzelnen Arbeitnehmer auch gefordert. Jeder Arbeitssuchende muss heute jede angebotene Arbeit annehmen. Das hat zu einer rückläufigen Arbeitslosigkeit geführt. Wichtig für die Stabilität des Arbeitsmarkts ist aber auch vernünftige Tarifpartnerschaft. Die dazu geführt hat, dass in den vergangenen zehn Jahren die Lohnstückkosten wesentlich langsamer gestiegen sind als in allen europäischen Volkswirtschaften.

MuM: Die zurückhaltende Lohnpolitik der vergangenen Dekade kritisieren Volkswirtschaftlicher wie Hans Werner Sinn. Die Volkswirte sagen, Deutschland habe sich auf Kosten der Nachbarstaaten saniert. Ist das so?

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Joachim Kary, Markt und Mittelstand

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