Kriminelle KarriereAlle Jahre wieder, mitunter auch mehrmals im Verlaufe eines Jahres, bekommen wir aus div. Quellen Untersuchungsergebnisse zum Thema Manager-/Mitarbeiter-Kriminalität präsentiert, immer mit steigender Tendenz. So zuletzt im November 2012.

Fragt sich vielleicht jemand, warum das so ist, das mit der ständigen Steigerung?

Die Wirtschaft investiert Unmengen in Corporate Security, Fraud-Management, Revision und vielen anderen betrieblichen und außerbetrieblichen Einrichtungen. Da werden Abteilungen geschaffen, vergrößert und stets neue „Instanzen“ implantiert – zum Teil  sind wir bei Chief Compliance Officer`s angelangt und ich bin mir sicher, dass ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Irgendwann kommt auch darauf wieder eine neue, eine tollere Ergänzung(?)

Wie kann das zusammen gehen, einerseits diese hohen Investitionen gegen oder zur Aufklärung solcher Delikte und andererseits die permanent weiter steigenden Schäden? Lernt man schlicht nicht aus Fehlern?

Zugegeben, auch die in den Unternehmen tätigen Menschen spiegeln lediglich einen Querschnitt der Bevölkerung. Aber wenn wir das so hinnehmen, können wir uns dann nicht alle diese vielleicht untauglichen Instrumente sparen?

Sicher nicht.
Fangen wir bei der Frage an, wie es den Ganoven gelingen kann, Einstellhürden zu überwinden und schließlich eine kriminelle Karriere zu nehmen.
Apropos Einstellhürden. Ob anonyme oder Online-Bewerbungen wirklich bei der Kriminalitätsaufklärung und -bekämpfung nützlich sein können wird sich im Verlaufe der nächsten Jahre zeigen wenn wir wieder eine „Studie zur Wirtschaftskriminalität“ vorliegen haben.

Einer meiner Kunden hat sich mir gegenüber vor vielen Jahren geäußert: „Wenn unsere Personalabteilungen gründlicher arbeiten würden, hätten wir von der Sicherheit weniger Arbeit…“ (ich verbürge mich für die Richtigkeit dieses Zitates. Dieser Mann war viele Jahre Sicherheitschef eines internationalen Konzerns).

Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich dazu ergänzen: Bewerber die zur Unwahrheit neigen nehmen in der Tat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine kriminelle Karriere. Nach unserer Erfahrung liegt die Quote bei annähernd 70 %. -Also doch gründlichere Arbeit in der Personalabteilung?

1) FTD 27.11.2012)

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Manfred Lotze, Detektiv-Institut KOCKS GmbH

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