Carola Brüttinger

Web-basierte Gesundheitstrainings am Arbeitsplatz werden von Anbietern als effizientes Mittel angepriesen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern. Andere sehen in Ihnen unnütze Zeitfresser, die zudem in Büros mit mehreren Mitarbeitern ohnehin nicht praktikabel sind. Doch wie sehen die Erfahrungen in der betrieblichen Praxis aus? Hier ein Erfahrungsbericht von Carola Brüttinger, Cathrin Frey und Franziska Ludwig von der Personalabteilung der TDS AG über Konzeption, Umsetzung und Ergebnisse des Einsatzes eines web-basierten Gesundheitstrainings. Dieses war Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements welches von der Personalleiterin Rosemarie Gelber eingeführt wurde.

Im Rahmen eines Pilotprojektes haben wir 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TDS die Möglichkeit geboten, für drei Monate von ihrem Arbeitsplatz aus ein web-basiertes Trainingsmodul mit Entspannungs-, Fitness- und sogenannten Frischmacherübungen zu testen.

Franziska Ludwig

Die aus vielen unterschiedlichen Sport-, Therapie und Entspannungskonzepten übernommenen Angebote konnten die Tester/innen individuell zusammenstellen. Mit einer Erinnerungsfunktion konnten die Teilnehmenden sich am Arbeitsplatz für die Übungen am Bildschirm mehrfach am Tag erinnern lassen. Teilnehmer absolvierten dabei zwei bis drei Übungseinheiten pro Tag. Die Dauer einer Übungseinheit betrug jeweils zwischen fünf und sieben Minuten.

Dem Programm war eine anonym durchgeführte Vorabfrage vorgeschaltet und eine Abschlussevaluation angeschlossen.

Hier einige Fakten: 47 der 52 freiwilligen Testpersonen haben getestet bzw. sich in das Programm eingeloggt. Im Testzeitraum wurden insg. 4.079 Übungen komplett mitgemacht (148 abgebrochen). 100% der Teilnehmenden fanden, dass sie mit dem Übungsprogramm keine technischen Schwierigkeiten hatten. 86% fanden das Programm sehr einfach verständlich und selbsterklärend. Die Übungen wurden von 55% als sehr einfach und von 38% als eher einfach durchführbar beurteilt.

Alle Probanden wurden vor und nach der Testphase zur Entwicklung von Symptomen wie Augenbrennen, Kopf- und Rückenschmerzen, schweren Beinen und weiteren Überlastungsmerkmalen befragt. Circa 70% der Probanden haben nach der Testphase meistens bis manchmal eine Besserung der Belastungssymptome festgestellt.

Die Einschätzung der Trainings spiegeln zwei Kurzinterviews wieder:

Ulrike Hänelt

Rückmeldung von Ulrike Hänelt, TDS, die als Testerin an unserem Pilotprojekt teilgenommen hat:
Den persönlichen Gewinn, den ich aus dem Training hatte/habe: Ich war überrascht, dass man mit geringem Zeitaufwand einen großen Erfolg erzielen kann. Leider funktioniert es nur (jedenfalls bei mir) mit diesem Erinnerungssystem, welches es bei Back2action gibt – deshalb kann ich durchaus von einem persönlichen Gewinn sprechen, den ich durch das Programm hatte.

Was mir an dem Trainingsangebot am besten gefallen hat und warum: Wie oben bereits erwähnt, hat mir am besten das Erinnerungssystem gefallen. Damit die Übungen auch wirklich regelmäßig ausgeführt und möglichst nicht vergessen werden, kann man sich individuelle minutengenaue Erinnerungen per E-Mail für jeden Tag einrichten.

Was hat mir gefehlt? Mir hat nichts gefehlt. Die Übungen waren abwechslungsreich – auch, wenn sie sich nach einiger Zeit wiederholt haben.

Welche Anregungen habe ich? Die detaillierte Statistikfunktion (wer, wie oft teilgenommen hat) finde ich persönlich unnötig. Und  ich würde mich freuen, wenn wir die Möglichkeit bekommen würden, dieses Programm dauerhaft zu nutzen.

Sind die Übungen sind in einem Großraumbüro durchführbar? Ich denke es kostet lediglich mehr Überwindung, die Übungen in einem Großraumbüro durchzuführen. Praktisch ist es jedoch ohne weiteres möglich. Zumal es auch einige Übungen gibt, die man direkt am eigenen Arbeitsplatz (sogar im Sitzen ) ausüben kann.

Kerstin Held

Rückmeldungen von Interviewpartnerin Kerstin Held, TDS, die als Testerin an unserem Pilotprojekt teilgenommen haben:
Den persönlichen Gewinn, den ich aus dem Training hatte/habe: Auf diese Art und Weise wurde man praktisch gezwungen, seine Arbeit zu unterbrechen und sich auf seinen Körper zu konzentrieren. Ich habe mich danach immer sehr gut und entspannt gefühlt, der Kopf war wieder frei. Auch wenn das Gefühl nicht lange angehalten hat, war es immer eine willkommene Abwechslung.

Was mir an dem Trainingsangebot am besten gefallen hat und warum: Die abwechslungsreichen Übungen, die man ohne großen Aufwand zu durchführen konnte.

Was hat mir gefehlt? Nichts.

Welche Anregungen habe ich? Das Übungsangebot – oder zumindest einige Übungen daraus – sollten bei einem dauerhaften Einsatz mindestens alle drei Monate ausgetauscht werden.

Sind die Übungen sind in einem Großraumbüro durchführbar? Meines Erachtens nicht unbedingt. Ich habe das Glück, nicht in einem Großraumbüro zu sitzen. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es aufgrund der Geräuschkulisse – und auch wegen der möglichen Kommentare mancher Kollegen – nicht so einfach ist, die Übungen durchzuführen.

Soweit die Erfahrungen vom Pilotprojekt bei der TDS. Doch welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Setzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits web-basierte Gesundheitstrainings ein, die am Arbeitsplatz genutzt werden können? Wenn nein: warum nicht? Wenn ja: Welche Erfahrungen haben Sie gewonnen?

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Cathrin Frey, TDS Informationstechnologie AG

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