Zukunft der PersonalerDie Personalarbeit in Unternehmen hat in den letzten 40 Jahren eine interessante Metamorphose hinter sich gebracht: Zuerst waren Personaler reine Administratoren, dann setzten sie Regeln und überwachten ihre Einhaltung. Seit Ende der 90ger Jahre sind sie interne Berater, und heute verstehen sie sich als Gestalter für alle Rahmenbedingungen, die den Geschäftserfolg bestimmen.
Unsere Profession hat keine Zukunft. Was bleibt, sind unsere Themen; was geht, ist unsere Rolle. In zwanzig Jahren sieht die Welt der Personalarbeit so aus:

  • Alle administrativen Themen werden von externen Firmen erledigt.
  • Alle notwendigen Konzepte werden von externen Beratern entwickelt und eingeführt.
  • Die Betreuung, Begleitung und Steuerung der Mitarbeiter wird ausschließlich von den Führungskräften durchgeführt.

Keiner dieser Gedanken ist neu, keine dieser Ideen ist heute nicht schon irgendwo verwirklicht. Und genau darin liegt die Bestätigung der These. In 20 Jahren gibt es keine Personalabteilungen mehr. Denn die externe Umsetzung aller Personal-Prozesse ist unbestritten möglich.

So funktioniert die Personalarbeit der Zukunft: Nur noch eine Person steuert die zuliefernden Dienstleister. Alles andere, und gemeint ist damit in der Tat die komplette Personalarbeit, wird von Unternehmen bearbeitet, die außerhalb stehen. Und damit schließt sich der Schicksals-Kreis der Personalabteilungen:

  • Zuerst gab es keine Personalabteilungen, weil außer der Lohnabrechnung keine Personalarbeit erforderlich schien.
  • Dann schuf man den Personalbereich, um Prozesse zu gestalten, Regelungen zu erfinden und ihre Einhaltung zu kontrollieren.
  • Rückblickend wird die dritte Entwicklungsphase der Personalarbeit als ihre Hoch-Phase gelten: die Beratung von Führungskräften in ihrem täglichen Führungshandeln, durchgeführt von Personalreferenten.
  • Die vierte Phase, nämlich der Versuch, Geschäftskritische Prozesse unmittelbar zu beeinflussen, markiert den Anfang vom Ende der Personalabteilungen. Der Personalbereich hieß Human Resources, der Personalreferent war Business Partner.
  • In der fünften, noch vor uns liegenden Phase, entreißen die Führungskräfte der Unternehmen ihren Personalern Prozesse und Verantwortung wieder und kehren zu Autonomie und eigenen Entscheidungen zurück. Individualität ist Trumpf, und zwar für die Führungskraft ebenso wie für die einzelnen Mitarbeiter. Standards sind längst gesetzt, die Instrumente sind implementiert, und die Methoden- und Sozialkompetenz der Führungskräfte ist notwendige Bedingung für das Erreichen einer entsprechenden Position.

Und wir Personaler? Wir werden Teil der externen Berater und Lieferanten – oder wir werden gefragte Mitarbeiter der anderen Unternehmensbereiche. Denn unsere Themen bleiben, und wir verfügen über wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen.

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Stephan Dahrendorf, Inplace Personalmanagement GmbH

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3 thoughts on “Gibt es in 20 Jahren noch Personalabteilungen?

  1. Nun, das ist sicherlich eine interessante These, aber ich glaube auch, dass sich Personaler darüber Gedanken machen müssen. Wir haben das Thema mit dem TDS Institut an der Hochschule Pforzheim auch schon aufgegriffen und mit Studenten und somit den Personalern der Zukunft in einer Open-Space-Konferenz diskutiert. Einen kleinen Einblick, wie die Studenten das Thema angegangen sind, findet man hier auf unserem YouTube-Kanal. Die Ergebnisse werden wir auf der Veranstaltung DER PERSONALKONGRESS 2012 präsentieren.

    Ich bin schon gespannt, was die Studenten dazu sagen – denn sie werden sie Zukunft des Personalwesens mit gestalten und erleben!

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