Stehen bei Unternehmen Kündigungen an, muss ein Sozialplan erstellt werden. Sozialplan ist aber nicht gleich Sozialplan. Mit dem richtigen Punktesystem können die Leistungsträger im Unternehmen gehalten werden. Stehen bei mittelständischen Unternehmen Kündigungen an, fürchten die Geschäftsführer und Personalverantwortlichen die Sozialauswahl.
Ihre Furcht: Wegen Berücksichtigung der Betriebszugehörigkeit, Alter und Familienstand müssen leistungsstarke und hochqualifizierte Mitarbeiter entlassen werden. Das ist aber nicht richtig. Bei der Sozialauswahl ist rechtlich nur festgelegt, dass Dauer, Betriebszugehörigkeit, Alter und Behinderungsgrad berücksichtigt werden müssen.

Wie diese im Verhältnis zu einander stehen, ist nicht vorgeschrieben. Unternehmen, die das System auf ihre Verhältnisse anpassen, können bei der Sozialauswahl also die Leistungsträger im Unternehmen halten. Außerdem gibt es noch einige andere Tricks und Kniffe.

Sozialauswahl nach Punkten
Um rechtssicher kündigen zu können, muss bei der Punkteverteilung beachten, dass die vier Kriterien im Verhältnis zu einander stehen. Nicht vorgegeben ist jedoch, wo der Schwerpunkt liegt. So kann etwa ein Punktesystem ältere Mitarbeiter mit einer langen Betriebszugehörigkeit bevorzugen, da es für diese schwieriger ist am Arbeitsmarkt nach der Kündigung einen neuen Arbeitgeber zu finden. Personaler könnten aber auch argumentieren, dass ältere Arbeitnehmer, wegen beispielsweise doppeltem Einkommen und Erspartem, sozial besser abgefedert sind als junge Arbeitnehmer. Aus diesem Grund würden etwa Betriebszugehörigkeit und Alter nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Richter des Bundesarbeitsgerichts  haben festgelegt, dass es unzulässig ist das Lebensalter mit maximal fünf Punkten zu bewerten, während den anderen Kriterien jeweils mehr Punkte zugeordnet werden. Hingegen darf das Alter linear berücksichtigt werden, beispielsweise mit einem Punkt pro Lebensjahr. Wichtig bei dem Punktesystem ist, dass dieses im Fall eines Kündigungsschutzprozesses aufzeigen kann, worauf die Auswahl beruht. Ist dies nicht möglich, sind alle Kündigungen rechtswidrig.

Drei mögliche Punktesysteme aus der Praxis

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Joachim Kary, Markt und Mittelstand

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