to doEgal, ob ein Unternehmenskauf, der Antritt in einem neuen Job oder die interimistische Übernahme einer neuen Funktion anliegt: Due Diligence ist das Gebot der Stunde für jede Führungskraft.

Due Diligence ist der Oberbegriff für alle Aktivitäten, die sich – als im Verkehr erforderliche Sorgfaltsprüfung – über eine Bestandsaufnahme mit den Stärken, Schwächen, Risiken, etc. befasst und folgende Risikofaktoren identifiziert:

  • „Dealbreaker“ beim Unternehmenskauf
  • „Fettnäpfchen“ beim Antritt im neuen Job
  • „Tretminen“ bei einer interimistischen Übernahme einer neuen Funktion.

Die Zeiten überlappender Einarbeitungszeiten oder länger andauernder „echter“ Probezeiten sind vorbei. In der Regel wird von der neuen Führungskraft erwartet, dass sie im ersten Monat alle Implikationen und Fragestellungen identifiziert, im zweiten Monat Handlungskonzepte ersinnt, im dritten Monat die notwendigen Abstimmungen erreicht und dann mit klarer Kommunikation die konsequente Umsetzung beginnt.

Bewerbungsgespräche, auch in mehreren Runden, werden selten zur klaren Analyse der Gegebenheiten, sondern eher zum gegenseitigen Verkaufen genutzt. Klärung der Erwartungshaltungen und des Geschäftsauftrages des jeweiligen Jobs werden oft angerissen, aber nicht fundiert besprochen. Eine sorgfältige Analyse der Rahmenbedingungen ist deshalb eine unabdingbare Voraussetzung, um Probezeiten erfolgreich zu bestehen.

Eine sorgfältige Bestandsaufnahme des Jobs und seines Umfelds hat dabei eine notwendige Informations-, Analyse- und Risikobewertungsfunktion für die neue Führungskraft.

Analyseschwerpunkte aus Sicht einer neuen Führungskraft sind u.a.:

  • die Qualifikation der unterstellten Mitarbeiter und ihre Veränderungsbereitschaft
  • das Vorhandensein und der Status klarer Ziele der Organisationseinheit
  • die Verteilung von Budgets
  • die Art und Weise der formellen und informellen Informationspolitik sowie internen Unternehmenskommunikation
  • die Kenntnis dokumentierter Ablaufprozesse
  • die Höhe der Mitarbeiterzufriedenheit
  • gegebenenfalls das Vorhandensein von Ergebnissen einer Mitarbeiterbefragung
  • der Status entsprechender Follow-up-Maßnahmen

Nicht zu vernachlässigen ist die Kenntnis der Gepflogenheiten im Umgang mit dem Betriebsrat im Hinblick auf ein modernes Betriebs-Sozialpartnermanagement. Entscheidend ist aber auch die Kenntnis von „Altlasten“ im Umgang mit den Mitarbeitern des eigenen Bereiches sowie die Kenntnis von Sitten und Gebräuchen, die aus dem Menschenbild und aus dem Selbstverständnis der Mitarbeiter entstanden sind.

Die Due Diligence-Analyse sollte in einem (persönlichem) Statusbericht enden, der eine gute Ausgangsbasis für ein zu erarbeitendes Zukunftsbild ist. Ohne Zukunftsbild macht Veränderungs- kommunikation und Veränderung keinen Sinn.

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Dr. Thomas Fiebig, IPM Institut für Personalmanagement & Mitbestimmung GmbH

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2 thoughts on “Due Diligence – konsequente Bestandsaufnahme bei Antritt im neuen Job

  1. Sehr schöner Artikel.
    Technikbasierte Unternehmen stehen bei einem M&A-Deal vor einem Dilemma. Vor dem Deal steht nämlich nicht die Technik des Unternehmens im Vordergrund, sondern der Preis. Das Problem hierbei ist jedoch vor dieser Offenheit die Unternehmen angst haben. Die Angst vor Industriespionage ist sehr hoch. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/technical-due-diligence-riskanter-einblick/ ]
    Potenzielle Käufer haben hier jedoch ein Problem. Sie müssen zu lang warten. Ist di Geduld zu klein springen Käufer auch ab.

    Gruß,
    W.

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  2. Tatsächlich ist Due Diligence ein sehr wichtiger Punk. Wer nicht vorher prüft, geht ein hohes Risiko ein. Ein Unternehmen blind zu kaufen kann schnell in die Hose gehen. Eigentlich liegt es ja auf der Hand und es wurde in den letzten Jahren auch viel geprüft. Investoren haben oft über 70 Prozent der Transaktionskosten für Due Diligence ausgegeben. Doch momentan wendet sich dies. Viele fangen an, an dieser Stelle zu sparen. Kürzlich erst habe ich zu diesem Thema ein Artikel gelesen. Falls jemand Interesse hat, hier ist der Link: http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/ma/ma-deals-unternehmen-scheuen-hohe-kosten-bei-due-diligence/
    Meiner Meinung nach darf das nicht sein, denn mit dem Unternehmenskauf kann es auch passieren, dass sich Leichen im Kelle befinden, die natürlich mit erworben werden. So etwas kann viel teuerer werden als eine vorherige Prüfung.

    Gruß

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