NachhaltigDer Nachhaltigkeitsbegriff erfährt seit Jahren eine geradezu inflationäre Verwendung. Das hat dazu geführt, dass auch der Begriff „Nachhaltiges Personalmanagement“ (NPM) zwischenzeitlich abgedroschen und effektheischend klingt. Während es die Einen als Modetrend bezeichnen auf den gerade viele mit aufspringen, ist es für die Anderen lediglich alter Wein in neuen Schläuchen. Ich denke, dass beide Sichtweisen dem Thema nicht gerecht werden. Sicherlich ist NPM nichts Neues und damit auch kein Modetrend. Umsichtige Unternehmer, die nicht in Jahren, sondern in Generationen denken, haben schon immer eine nachhaltige Personalpolitik betrieben. Das Neue an der jüngsten Nachhaltigkeitsdiskussion – und darin liegt auch der Hauptnutzen – besteht darin, dass versucht wird, NPM in ein Gesamtkonzept zu „gießen“, um es damit auch für andere Unternehmen reproduzierbar zu machen. Hier die wesentlichen Kriterien für ein NPM, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte:

1. NPM ist ein ganzheitliches Konzept, das sich an der Unternehmensvision und den Unternehmenszielen und -strategien orientiert.

2. NPM verfolgt eine hohe Aufgaben-, Ziel- und Leistungsorientierung auf der einen Seite und eine hohe Mitarbeiterorientierung auf der anderen Seite. Nur wenn die Erwartungen beider Seiten – die des Unternehmens und die der Mitarbeiter – auf einem hohen Niveau erfüllt werden, kann die Sozialpartnerschaft auf Dauer funktionieren.  NPM setzt also auf eine positive Beziehung bzw. eine langfristige Kooperation zwischen Mitarbeitern und Unternehmen.

3. NPM orientiert sich an bestimmten Grundprinzipien. Diese beschreiben, worauf es im Kern ankommt, d.h. welche grundsätzliche Ausrichtung die Personalarbeit maßgeblich prägen soll: Klarheit der Ziele, Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg, auf Führung kommt es an, Betroffene zu Beteiligten machen, konsequente Orientierung an Ergebnissen, Qualität und Leistung, Mitarbeiter am Erfolg beteiligen, Kultur der Offenheit und des Vertrauens.

4. NPM verfügt über wirksame und ineinander greifende Personalmanagement-Instrumente und -Methoden, die sich an den NPM-Prinzipien orientieren.

5. Last not least halte ich ein positives Menschenbild und eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung für eine unerlässliche Grundvoraussetzung für ein Nachhaltiges Personalmanagement. Denn ohne ein positives Menschenbild verkommen alle oben angesprochenen Ansätze und Instrumente zu sinnentleerten und von den Mitarbeitern als manipulativ empfundenen Techniken.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0/10 (0 Bewertungen)
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0 (from 0 Bewertungen)
The following two tabs change content below.
Marijan Kosel, INPM – Institut für Nachhaltiges Personalmanagement

Marijan Kosel, INPM – Institut für Nachhaltiges Personalmanagement

Marijan Kosel, INPM – Institut für Nachhaltiges Personalmanagement

Neueste Artikel von Marijan Kosel, INPM – Institut für Nachhaltiges Personalmanagement (alle ansehen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.