Cloud computing concept with copy spaceIm IT-Bereich ist die Cloud nicht mehr wegzudenken – hier entwickelt sich das Thema zu einem Dienstleistungsangebot, das in den nächsten Jahren den Markt beherrschen wird. Doch was bedeutet das für den Personalbereich ? Ignorieren, abwarten oder jetzt schon auf diesen Hype mit aufspringen ?

Für viele Datenschützer und auch Personaler ist die Cloud der Inbegriff von Unsicherheit, Unbeherrschbarkeit und Chaos von Daten. Denn keiner weiss ja genau, liegen meine Daten jetzt in Deutschland, Australien oder Thailand, liest bereits ganz USA bereits meine Beurteilung und kennt jetzt jeder Versandhandel meine Adresse und mein Einkommen.

Doch wenn wir uns das Thema mal genauer anschauen, dann sind vielleicht viele Themen erstmal sehr emotional und gar nicht so erschreckend. Laut Wikipedia bedeutet Cloud:

„Cloud-Computing (selten auch: Rechnerwolke) umschreibt den Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher, Netzwerkkapazitäten oder auch fertige Software) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Aus Nutzersicht scheint die zur Verfügung gestellte abstrahierte IT-Infrastruktur fern und undurchsichtig, wie in einer „Wolke“ verhüllt, zu geschehen. Angebot und Nutzung dieser Dienstleistungen erfolgen dabei ausschließlich über definierte technische Schnittstellen und Protokolle. Die Spannbreite der im Rahmen von Cloud-Computing angebotenen Dienstleistungen umfasst das komplette Spektrum der Informationstechnik und beinhaltet unter anderem Infrastruktur (z. B. Rechenleistung, Speicherplatz), Plattformen und Software.

Vereinfacht kann das Konzept wie folgt beschrieben werden: Ein Teil der IT-Landschaft (in diesem Zusammenhang etwa Hardware wie Rechenzentrum, Datenspeicher sowie Software) wird auf Nutzerseite nicht mehr selbst betrieben oder örtlich bereitgestellt, sondern bei einem oder mehreren Anbietern als Dienst gemietet, der meist geografisch fern angesiedelt ist. Die Anwendungen und Daten befinden sich dann nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der (metaphorischen) Wolke (engl. ‚cloud‘). Das Gestaltungselement eines abstrahierten Wolkenumrisses wird in Netzwerkdiagrammen häufig zur Darstellung eines nicht näher spezifizierten Teils des Internets verwendet.

Der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, beispielsweise das des Internets. Es gibt aber im Kontext von Firmen auch sogenannte „Private Clouds“, bei denen die Bereitstellung über ein firmeninternes Intranet erfolgt. Die meisten Anbieter von Cloudlösungen nutzen die Poolingeffekte, die aus der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen entstehen, für ihr Geschäftsmodell.“

Seit vielen Jahren betreiben Firmen ihre Personalarbeit in externen Rechenzentren. Im öffentlichen Bereich ist dies fast schon normal durch die kommunalen Rechenzentren und auch in der Privatwirtschaft lassen viele Unternehmen ihre Personalsysteme von externen Anbietern betreiben und warten. Früher nannte man dies ganz einfach RZ-Betrieb oder ASP (Application Service Providing). Seit einigen Jahren spricht man von SaaS (Software as a Service) und heute lautet das Stichwort Cloud. Das Grundprinzip bleibt aber immer das Gleiche: ein Anbieter betreibt für mehrere Firmen Personalsysteme und die Firmen profitieren von Synergieeffekten, da Rechnerleistung geteilt wird oder Updates nur einmal für alle eingespielt werden müssen. Hier gibt es genügend Anbieter, die ihre Cloud nur in Deutschland betreiben und daher garantieren können, dass die Daten nicht die Grenzen verlassen. Natürlich haben sich die Systeme weiter entwickelt und die Nutzung wird immer einfacher – aber das Thema Datenschutz spielt schon immer eine Rolle. Allein schon innerhalb von Deutschland wäre es fatal, wenn plötzlich eine Firma die Daten einer anderen sieht, im Extremfall sogar vom Wettbewerber. Diese Gefahren lassen sich durch eine “private Cloud” ausschließen, denn hier hat jede Firma ihre eigene, also private Cloud.

Ich sage – Personalarbeit aus der Cloud ist nichts Neues und wird bereits seit vielen Jahren betrieben. Man muss nur sorgsam damit umgehen und sich genau überlegen, welches Modell zu einem passt.

Seien Sie neugierig!

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3 thoughts on “Die Cloud – Gefahr oder Chance für Personaler?

  1. Sehr geehrter Herr Eggert,

    ich gebe Ihnen vollkommen recht – ich sehe auch keine Gefahr in der Cloud für HR, wenn es richtig gemacht ist. Ich selber habe in Projekten einige IT-Auslagerungen betreut. Wichtig ist, dass hier die Technik (insb. Sicherheit) gut aufgestellt wird und darüber hinaus die Kommunikation zu und mit den Mitarbeitern offen und ehrlich betrieben wird.

    Viele Grüße

    Alexander Schmidt
    http://www.interim-magazin.de

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  2. Ich stimme Ihnen zu, dass die Cloud nur ein spektakulär klingender Modebegriff ist, für etwas, das so ähnlich bereits lange in vielen Unternehmen existiert. Im Grunde ist es eine Weiterentwicklung des Outsourcings in externe Rechenzentren.

    Allerdings kommt ein solches Outsourcing immer auch mit einem Preis. Wir als Anwender wünschten uns oft wieder ein Insourcing. Insbesondere wenn der RZ-Anbieter mal wieder viel zu langsam auf unsere Wünsche reagiert und sich jeden Mausklick teuer bezahlen lässt. Mit teils abstrusen Stundenangaben, während man als Anwender genau weiß, dass diese Wartung oder Einstellung von professionellem Personal in ein paar Minuten erledigt werden kann. Auch leidet oft die Individualisierbarkeit des Systems, da Teile des Systems nicht mehr selbst sondern vom externen Anbietern gesteuert werden. Und das in einer Zeit, in der gleichzeitig Ziele wie strategische Personalplanung, Digitalisierung vieler zuvor manueller Standardprozesse etc.pp. vorgegeben werden und immer komplexere und immer individuellere Systemlösungen, Auswertungen, systemseitig getragene Prozesse fordern.

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    • Da haben sie bei einigen Anbietern sicherlich recht – hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Andererseits hat es HR dringend nötig, moderne Systeme einzusetzen und seinen Teil zur Digitalisierung der Arbeitswelt beizutragen. Wie ich auch in meinem Blog 6 Gründe, warum HR selbst jetzt endlich digital werden muss geschrieben habe. Und das geht nunmal leider oft nur mit externer Unterstützung, da die interne IT meistens andere Prioritäten setzt.

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